Der ATLAS-Detektor
Förderung
EMC  

Das ATLAS-Experiment

am Kirchhoff-Institut für Physik

ATLAS ist ein Experiment am Large-Hadron-Collider (LHC) des CERN in Genf. Es dient der umfassenden Untersuchung von Proton-Proton-Kollisionen bei Energien im TeV-Bereich. Erklärtes Ziel ist die Suche nach neuen Phänomenen außerhalb des etablierten Standardmodells der Elementarteilchenphysik. Solche Phänomene stehen in direkter Beziehung zu physikalischen Prozessen im frühen Universum, wie sie möglicherweise etwa 10-12 Sekunden nach dem Urknall stattgefunden haben.

Die Heidelberger Arbeitsgruppe gehörte 1992 zu den Mitbegründern des ATLAS-Experiments und hat sich bereits im Rahmen der RD27 Kollaboration mit den experimentellen Herausforderungen der LHC-Physik  - speziell im Bereich des Triggers - beschäftigt. Gemeinsam mit 5 anderen Gruppen aus Deutschland, England sowie Schweden hat sie den "ATLAS-Level-1-Kalorimeter-Trigger" konzipiert und gebaut. Die Heidelberger Verantwortung liegt insbesondere beim Kalorimeter-Trigger-Preprozessor (PPr), der 8000 analoge Messkanäle der ATLAS-Kalorimeter 40 Millionen Mal in der Sekunde digitalisiert und analysiert. Der PPr ist eine Schlüsselkomponente für den Betrieb des ATLAS-Experiments.

In der Analyse der LHC-Daten widmet sich die Gruppe dem detaillierten Verständnis und der Kalibration von hadronischen Jets in ATLAS sowie den damit verbundenen physikalischen Prozessen im Standardmodell und darüber hinaus. Gegenwärtige Arbeiten beschäftigen sich mit dem Test der Quantenchromodynamik (QCD) bei extrem hohen Impulsüberträgen, der Untersuchung von Prozessen mit nicht nachweisbaren Teilchen (fehlender Transversalimpuls) sowie der Suche nach "Mini-Black-Holes".

Das ATLAS-Projekt war eine wichtige Motivation für die Gründung des "Heidelberger ASIC-Laboratoriums für Mikroelektronik", das seinen Sitz im KIP hat. Im Rahmen der Landesgraduiertenförderung wurde ein Promotionskolleg "Neue Symmetrien und Extra-Dimensionen" in der KIP-ATLAS-Gruppe eingerichtet. Auf Fakultätsebene ist das KIP-ATLAS-Projekt Bestandteil der durch die Exzellenzinitiative geförderten "Graduiertenschule für Fundamentale Physik" sowie der internationalen DFG Graduiertenschule "Intelligent Detectors". National ist die Gruppe Mitglied im BMBF-Förderschwerpunkt FSP101 "ATLAS" sowie in der Helmholtz-Allianz "Physik an der Teraskala".

 
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